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Werk: „Any Ice today, Lady?“
Komponist*in: Pat Ballard
Hersteller: P.O.C.H.
Produktionsort: Barcelona
Rollennummer: 561
Interpret*in: keine Angabe
Sammlung: Walter Tenten
Verlag der Notenvorlage: Skidmore Music Co. (New York)
Veröffentlichungsjahr (Notenvorlage): 1926
Tonumfang: 88
Stanzdatum: keine Angabe
Rollenbezeichnung: keine Angabe
Was ist verbirgt sich hinter einer Rolle des Herstellers P.O.C.H.?
Der Klavierrollenvertrieb P.O.C.H. hatte seinen Sitz in Barcelona.Es handelt sich um eine kleinere spanische Klavierrollenfirma, insbesondere im Vergleich zur marktbeherrschenden Firma Victoria. Wie viele kleinere spanische Klavierrollenvertriebe stellte P.O.C.H. seine Rollen nicht selbst her (in Spanien produzierten nur Victoria und España Musical eigene Rollen), sondern bezog sein Repertoire von anderen Herstellern und vermarktete es unter seinen Namen. Der Tonumfang beträgt 88 Töne. Am Beginn der Rolle findet sich eine aufgedruckte Tempoangabe. An den Rändern befinden sich Lochungen zur Hervorhebung der Melodietöne (Solodant). Diese Perforationen bewirken eine temporäre Verstärkung des pneumatischen Drucks. Damit nur die Melodietöne und gleichzeitig nicht andere Töne verstärkt werden, musste beim Editierprozess darauf geachtet werden, dass nur die Melodietöne auf einer horizontalen Linie zu den Lochungen für die Verstärkung des pneumatischen Drucks liegen. Das bedeutete, dass man die Melodietöne (zeitlich) leicht versetzt zu den übrigen Tönen setzen musste. um diesen Effekt zu erzielen.
An der linken Seite der Rolle finden sich ferner Lochketten zur Steuerung des Dämpferpedals. Über den Verlauf der Rolle ist eine gepunktete Dynamiklinie für die Orientierung der Spieler*innen am Player Piano eingezeichnet. Es ist möglich diese Rolle in puncto Dynamik und Tempo entsprechend der aufgedruckten Vorgaben oder frei nach Belieben zu gestalten. Es handelt sich um eine Rolle für so genanntes Kunstspielklavier.
Ob es sich um eine am Aufzeichnungsklavier durch eine/eine Pianistin*en eingespielte (und dann anschließend am Editiertisch nachbearbeitete) so genannte „Künstler-Rolle“ handelt oder ob diese Rolle komplett am Editiertisch gezeichnet wurde (so genannte „Arrangierte Rolle“), lässt sich aufgrund fehlender Angaben nicht ermitteln.
Literatur u. Links:
Roquer, Jordi, Ángel Monasterio und Joaquín Ródenas. 2019. „Granados through the Rolls. The Presence of Enrique Granados in the Spanish Pianola Market“. In: Diagonal: An Ibero-American Music Review 4 (1), S. 44–58.
Stanford University: https://exhibits.stanford.edu/garcia-sampedro_rolls/feature/the-collection-of-rolls
Vorgeschlagene Zitierweise: Notenrollen für selbstspielende Klaviere / Scans und Audioemulationen des DFG-Projekts Synkopierung und Volumen, erstellt von Marc Widuch in Zusammenarbeit mit Sebastian Bausch und Peter Phillips, bearbeitet von Jens Gerrit Papenburg, Steffen Just und Carla Christine Jürgens, https://sonic-modernity.net/2023/02/03/rolle-561/, Version vom 10.02.2023.
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