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Werk: „Honolulu-Blues. Foxtrot“
Komponist*in: Nathan Goldstein, M. J. Gunsky
Hersteller: Hupfeld
Produktionsort: Leipzig
Rollennummer: T59484
Interpret*in: keine Angabe
Sammlung: Marc Widuch
Verlag der Notenvorlage: Jack Mills Inc. (New York)
Veröffentlichungsjahr (Notenvorlage): 1923
Tonumfang: 88
Stanzdatum: keine Angabe
Rollenbezeichnung: Tri-Phonola / Tanzrolle
Was verbirgt sich hinter einer Animatic- / Animatic T-Rolle bzw. Tri-Phonola-Rolle von Hupfeld?
Den Vorläufer der Tri-Phonola-Rollen stellen die Animatic-Rollen des Leipziger Herstellers Hupfeld dar. Animatic-Rollen wurden ab 1913 produziert als man den Tonumfang der Phonola von 73 auf 88 Töne (A2 bis c5) erweiterte. 1919 entwickelte Hupfeld die Tri-Phonola. Ein Reproduktionsklavier (ähnlich dem Welte-Mignon, dem Ampico und dem Duo-Art der Aeolian Company), das es erlaubte, Rollen ohne Zutun einer Spieler*in abzuspielen. Dort waren alle Codierungen für Dynamik enthalten. Viele zuvor produzierte Animatic-Rollen wurden für dieses Tri-Phonla-System umcodiert. Diese Rollen hießen dann Animatic-T (T für Tri-Phonola). Rollen, die nach Einführung der Tri-Phonola eingespielt waren trugen dann schließlich nur die Bezeichnung „Tri-Phonola“. Auch wenn das System auf vollständige Automation ausgelegt war, war es bei den Rollen für Tri-Phonola weiterhin möglich, die Wiedergabe von Hand zu verändern. Dafür gab es eine auf diesen Rollen eine gepunktete Linie zur Orientierung.
Viele dieser Rollen wurden von einem*r Pianisten*in an einem Aufzeichnungsklavier eingespielt, was bei Hupfeld seit 1902 realisiert werden konnte (auf den Rollen oft mit dem Zusatz „Künstler-Rolle“ vermerkt). Das aufgezeichnete Klavierspiel wurde jedoch immer auch nachträglich von einem/einer Editor*in nachbearbeitet, um falsch sitzende Töne zu korrigieren, die Dynamik oder Tondauern zu verändern. Nicht wenige Rollen wurden aber auch komplett von einer/einem Editor*in am Editiertisch nach einer Notenvorlage gesetzt (diese Rollen tragen dann den Zusatz „Arrangierte Rolle“). Im Fall dieser Rolle fehlen die Angaben, so dass es sich entweder um eine eingespielte (und dann editierte) Rolle handeln könnte („Künstler-Rolle“) oder eine am Editiertisch gezeichnete Rolle („Arrangierte Rolle“) handeln könnte.
Der Verweis „Tanzrolle“ wurde oft als Zusatz auf Animatic- / Animatic T-Rollen aufgedruckt, die Stücke des populären Musikrepertoires enthielten. Diese Rollen sollten dann zur Unterhaltung und als Tanzbegleitung dienen.
Literatur u. Links:
Hocker, Jürgen. 2009. Faszination Player Piano. Das selbstspielende Klavier von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bergkirchen: Edition Bochinsky, S. 124; S. 126.
Deutsches Museum München: https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic/ u. https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic_t_tri-phonola/
Faszination Pianola: https://www.faszinationpianola.de/wie-sieht-eine-88er-hupfeld-animatic-notenrolle-aus/ u. https://www.faszinationpianola.de/wie-ist-die-tri-phonola-skala-von-hupfeld-aufgebaut/
Vorgeschlagene Zitierweise: Notenrollen für selbstspielende Klaviere / Scans und Audioemulationen des DFG-Projekts Synkopierung und Volumen, erstellt von Marc Widuch in Zusammenarbeit mit Sebastian Bausch und Peter Phillips, bearbeitet von Jens Gerrit Papenburg, Steffen Just und Carla Christine Jürgens, https://sonic-modernity.net/2023/02/03/rolle-t59484/, Version vom 10.02.2023.
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