Rolle T59509

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Werk: „Zur Liebe gehört doch auch ein bißchen Musik! Foxtrot“

Komponist*in: Rudolph Nelson (Musik), Rudolf Schanzer (Text)

Hersteller: Hupfeld

Produktionsort: Leipzig

Rollennummer: T59509

Interpret*in: keine Angabe

Sammlung: Marc Widuch

Verlag der Notenvorlage: Anton J. Benjamin Verlag (Leipzig)

Veröffentlichungsjahr (Notenvorlage): 1925 (im selben Jahr in der Revue „Madame Revue“ im Theater am Kurfürstendamm, Berlin uraufgeführt)

Tonumfang: keine Angabe

Stanzdatum: keine Angabe

Rollenbezeichnung: Tri-Phonola / Tanzrolle / Künstler-Rolle

Was verbirgt sich hinter einer Tri-Phonola-Rolle von Hupfeld?
Den Vorläufer der Tri-Phonola-Rollen stellen die Animatic-Rollen des Leipziger Herstellers Hupfeld dar. Animatic-Rollen wurden ab 1913 produziert als man den Tonumfang der Phonola von 73 auf 88 Töne (A2 bis c5) erweiterte. 1919 entwickelte Hupfeld die Tri-Phonola. Ein Reproduktionsklavier (ähnlich dem Welte-Mignon, dem Ampico und dem Duo-Art der Aeolian Company), das es erlaubte, Rollen ohne Zutun einer Spieler*in abzuspielen. Dort waren alle Codierungen für Dynamik enthalten. Viele zuvor produzierte Animatic-Rollen wurden für dieses Tri-Phonla-System umcodiert. Diese Rollen hießen dann Animatic-T (T für Tri-Phonola). Rollen, die nach Einführung der Tri-Phonola eingespielt waren trugen dann schließlich nur die Bezeichnung „Tri-Phonola“. Auch wenn das System auf vollständige Automation ausgelegt war, war es bei den Rollen für Tri-Phonola weiterhin möglich, die Wiedergabe von Hand zu verändern. Dafür gab es eine auf diesen Rollen eine gepunktete Linie zur Orientierung.
Die Bezeichung „Künstler-Rolle“ verweist darauf, dass diese Rolle von einem*r Pianisten*in an einem Aufzeichnungsklavier eingespielt wurde, was bei Hupfeld seit 1902 realisiert werden konnte. Das aufgezeichnete Klavierspiel wurde jedoch immer auch nachträglich von einem/einer Editor*in nachbearbeitet, um z.B. falsch sitzende Töne zu korrigieren, die Dynamik oder Tondauern zu verändern.
Der Verweis „Tanzrolle“ wurde oft als Zusatz auf Animatic- / Animatic T-Rollen und Tri-Phonola-Rollen aufgedruckt, die Stücke des populären Musikrepertoires enthielten. Diese Rollen sollten dann zur Unterhaltung und als Tanzbegleitung dienen.

Literatur u. Links:
Hocker, Jürgen. 2009. Faszination Player Piano. Das selbstspielende Klavier von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bergkirchen: Edition Bochinsky, S. 124; S. 126.
Deutsches Museum München: https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic/ u. https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic_t_tri-phonola/
Faszination Pianola: https://www.faszinationpianola.de/wie-sieht-eine-88er-hupfeld-animatic-notenrolle-aus/ u. https://www.faszinationpianola.de/wie-ist-die-tri-phonola-skala-von-hupfeld-aufgebaut/

Vorgeschlagene Zitierweise: Notenrollen für selbstspielende Klaviere / Scans und Audioemulationen des DFG-Projekts Synkopierung und Volumen, erstellt von Marc Widuch in Zusammenarbeit mit Sebastian Bausch und Peter Phillips, bearbeitet von Jens Gerrit Papenburg, Steffen Just und Carla Christine Jürgens, https://sonic-modernity.net/2023/02/03/rolle-t59509/, Version vom 10.02.2023.

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