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Werk: „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt. Lied u. Foxtrot aus ‚Die Wunder Bar‘“
Komponist*in: Robert Katscher (Musik), Karl Farkas und Géza Herczeg (Text)
Hersteller: Hupfeld
Produktionsort: Leipzig
Rollennummer: T60093
Interpret: keine Angabe
Sammlung: Deutsches Musikarchiv (DNB)
Verlag der Notenvorlage: keine Angabe
Veröffentlichungsjahr (Notenvorlage): 1930 im Lustspiel „Die Wunder-Bar“ in Wien uraufgeführt
Tonumfang: 88
Stanzdatum: keine Angabe
Rollenbezeichnung: Animatic T / Tri-Phonola / Künstler-Rolle
Was verbirgt sich hinter einer Animatic- / Animatic T-Rolle von Hupfeld?
Die Animatic- / Animatic T-Rollen des Leipziger Herstellers Hupfeld haben einen Tonumfang von 88 Tönen (A2 bis c5). Animatic-Rollen wurden ab 1913 produziert als man den Tonumfang der Phonola von 73 auf 88 Töne erweiterte. An den Seiten befinden sich Perforationen (Solodant) für die Betonung der Melodietöne. Beim Durchlaufen erhöhen diese Perforationen für den Moment den Druck des pneumatischen Mechanismus, so dass die Melodietöne stärker angeschlagen werden. Um diesen Effekt zu erzielen, müssen diese Lochungen exakt auf einer horizontalen Linie mit den Lochungen für die Melodietönen angeordnet sein. Beim Editieren dieser Rollen musste entsprechend darauf geachtet werden, dass keine weiteren Lochungen auf dieser Linie liegen, weil sonst auch diese Töne stärker hervorgehoben würden. Somit war notwendig, die Lochungen für Melodietöne und die Betonungslöcher zeitlich leicht versetzt zu den übrigen Perforationen anzuordnen. Es gibt zudem Lochungen für Pedalbefehle und eine Dynamiklinie zur Orientierung für die Spieler*innen an der Phonola. Hier kann mit Hebeln und den Fußpedalen für die Pneumatik die Dynamik und das Tempo gesteuert werden. Das Dämpferpedal wird zudem durch Perforationen automatisch angesteuert.
Die Bezeichung „Künstler-Rolle“ verweist darauf, dass diese Rolle von einem*r Pianisten*in an einem speziell dafür angefertigten Aufzeichnungsklavier „eingespielt“ wurde, was bei Hupfeld seit 1902 realisiert werden konnte. Nach der Aufzeichnung wurde bei jeder Rolle im Nachhinein editorisch eingegriffen; so wurden ggf. Veränderungen (wie bspw. Korrekturen von einzelnen Tönen oder Tondauern) vorgenommen.
1919 entwickelte Hupfeld die Tri-Phonola. Ein Reproduktionsklavier (ähnlich dem Welte-Mignon, dem Ampico und dem Duo-Art der Aeolian Company), das es erlaubte, Rollen ohne Zutun einer Spieler*in abzuspielen. Dort waren alle Codierungen für Dynamik enthalten. Viele zuvor produzierte Animatic-Rollen wurden für dieses Tri-Phonla-System umcodiert. Diese Rollen hießen dann Animatic-T (T für Tri-Phonola). Auch wenn das System auf vollständige Automation ausgelegt war, war es bei den Rollen für Tri-Phonola weiterhin möglich, die Wiedergabe von Hand zu verändern. Dafür gab es eine auf diesen Rollen eine gepunktete Linie zur Orientierung.
Literatur u. Links:
Hocker, Jürgen. 2009. Faszination Player Piano. Das selbstspielende Klavier von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bergkirchen: Edition Bochinsky, S. 59; S. 108; S. 126f.; S.185f.; S. 198.
Deutsches Museum München: https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic/ u. https://digital.deutsches-museum.de/projekte/notenrollen/rollentypen/88_animatic_t_tri-phonola/
Faszination Pianola: https://www.faszinationpianola.de/wie-sieht-eine-88er-hupfeld-animatic-notenrolle-aus/ u. https://www.faszinationpianola.de/wie-ist-die-tri-phonola-skala-von-hupfeld-aufgebaut/
Vorgeschlagene Zitierweise: Notenrollen für selbstspielende Klaviere / Scans und Audioemulationen des DFG-Projekts Synkopierung und Volumen, erstellt von Marc Widuch in Zusammenarbeit mit Sebastian Bausch und Peter Phillips, bearbeitet von Jens Gerrit Papenburg, Steffen Just und Carla Christine Jürgens, https://sonic-modernity.net/2023/02/03/rolle-t60093/, Version vom 10.02.2023.
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